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Gesellschaftskritik und Krimi zugleich
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Shadows in the Street (Simon Serrailler 5) (Gebundene Ausgabe) Dieses Buch ist der fünfte Band aus Susan Hills Serie um Simon Serrailler. Dieser tritt allerdings erst etwa ab dem zweiten Viertel stärker in Erscheinung, da er zunächst, von den Ereignissen der letzten Zeit total geschlaucht, einen längeren Urlaub auf einer abgelegenen, sturmumtosten schottischen Insel macht. Unterdessen werden in Lafferton zwei Prostituierte erwürgt aufgefunden, eine weitere verschwindet und wird ebenfalls tot am Kanal entdeckt. Nun wird es Zeit, den Großmeister selbst aus dem Urlaub abzuberufen, doch auch er kommt nicht weiter: es gibt Verdächtige, so z.B. einen mit seiner Mutter zusammenlebenden , etwas "eigenen" Bibliothekar, der in seiner Freizeit herumfährt und den Prostituierten Tee und Brötchen bringt, ohne eine Gegenleistung zu verlangen (höchst verdächtig!) und den dauerbekifften und -betrunkenen Freund/Zuhälter einer der Ermordeten. Es lassen sich jedoch trotz penibler Polizeiarbeit keine Beweise erbringen. Als auch noch zwei "ehrbare" Frauen verschwinden, bekommt die Polizei immer mehr Druck von der Öffentlichkeit. Erst mit der Aussage einer schwerverletzten Frau, die den Überfall des Serienmörders überlebt hat, geht es aufwärts...
Dieses Buch, der schon stellenweise an einen gesellschaftskritischen Roman erinnert, hat mir sehr gut gefallen. Das traurige Los der Prostituierten wird sehr eindringlich am Beispiel Abi Rightons dargestellt, die zwei kleine Kinder versorgen muss, eine gewissenhafte Mutter ist und unbedingt den Straßenstrich hinter sich lassen will. Diese sehr gelungene Figur erweckt beim Leser Sympathie und Respekt. Simon wirkt in diesem Buch nicht ganz so egozentrisch und soziopathisch wie sonst, er gelingt ihm sogar, endlich die Vorurteile gegenüber seiner Stiefmutter über Bord zu werfen. Cat ist wieder ein bisschen zu perfekt. Ihr neues Leben wird aber glaubhaft dargestellt.
Dennoch ist dieses Buch insgesamt nicht so düster gehalten wie der vierte Band. Meiner persönlichen Meinung nach ist dies wohl der bisher gelungenste Band der Reihe, für mich war es eins der Highlights 2010.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 22. Juli 2011 |