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the box is too small
• • • • • (bewertet mit 3 von 5 Punkten)
Eric Targo ist eine zwielichtige Figur, mit der Inspektor Wexford in seinem langen Beamten-Dasein immer wieder auf die ein oder andere Weise in Berührung kommt. Wexford ist seit seiner ersten Begegnung mit Targo überzeugt davon, dass dieser im Lauf der Jahre verschiedene Morde begangen hat, kann ihm jedoch nie irgendetwas nachweisen. Gleichzeitig glaubt er, dass Targo ihn, Wexford, verhöhnt, indem er mal als dessen Stalker auftritt, mal gänzlich von der Bildfläche verschwindet und Wexford vollkommen im Ungewissen lässt. Targo als Mörder zu überführen, wird für Wexford zur Obsession. Im Lauf der Jahre geschehen in Kingsmarkham mehrere Morde, die nicht aufgeklärt werden können. Wexford ist überzeugt, dass sie von Targo begangen wurden, kann jedoch nichts beweisen. Parallel dazu rollt Ruth Rendell die Geschicke der pakistanischen Immigranten-Familie Rahman auf, deren Tochter Tamima sozusagen zur erzählerischen Antipodin von Targo wird. Die beiden, zunächst so unterschiedlichen Handlungsstränge vereinigen sich, als sowohl Targo, als auch Tamima spurlos verschwinden. Das Ende der Geschichte kommt kurz und spektakulär und lässt den Leser aufatmen. Mehr sei hier nicht verraten.
Ich habe dieses Buch von Rendell gerne gelesen, da sie auch hier ihrem unvergleichlichen schriftstellerischen Prinzip treu bleibt, Menschen, Umstände und Kausalitäten so miteinander zu verknüpfen und (v.a.!) zu beschreiben, dass sich letztendlich alles ineinander fügt. Ich vergebe nur drei Sterne deshalb, weil ich dieses Buch an ihren letzten Büchern wie "The Birthday Present" und "Portobello" messe, die, meiner Meinung nach, genial sind. "The Monster" bleibt weit dahinter zurück. Die Handlung zieht und zieht sich so lange hin, bis man endlich einverstanden ist mit dem Tod einer der Hauptpersonen, ja dies geradezu herbeiwünscht, obwohl Wexford seine Genugtuung als Kriminalbeamter nicht bekommt, was nicht gerade begeistert. Es legt vielmehr den Wunsch nahe, dass Rendells "Wexford" bald in Pension gehen möge. Vielleicht bereitet Rendell das gerade vor. Hoffentlich folgt sie dem als herausragende Schriftstellerin ihres Genres noch nicht selbst. Sie zählt, wenigstens bei mir, zum Grundbestand der Art von Literatur, die sie seit Jahren äußerst erfolgreich vertritt.
Eine Rezension von Gudrun Boegner > Dettingen
vom 8. Februar 2010 |