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Bewegendes Jugendbuch über die NS-Zeit
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"The Boy in the Striped Pyjamas" ist ein Jugendbuch, und das sollte man beim Lesen als Erwachsener nicht vergessen, denn es erklärt einen Teil seiner inhaltlichen Unzulänglichkeiten. Allerdings ist es ein Roman, der beim Leser ein nicht unerhebliches Grundwissen über das Naziregime voraussetzt, um die Anspielungen und Misverständnisse der Hauptfigur Bruno zu verstehen, also erst für ältere Kinder geeignet. Die Idee, ein unschuldiges naives Kind mit den Greueltaten der Nazis zu konfrontieren ist gut, denn der unverbaute Blick verstärkt beim Leser den Horror der geschilderten Ereignisse. Ein riesiges Logikloch klafft jedoch in der Geschichte: Zu glauben, dass der neunjährige Sohn eines hochrangigen SS-Offiziers und KZ-Kommandanten keinerlei Ahnung hat von nazionalsozialistischer Ideologie, führenden Persönlichkeiten (einschließlich des Führers, dessen Titel er als "the Fury" ausspricht) und noch nicht rassistisch indoktriniert wurde, ist wenig glaubhaft, selbst wenn er erst mit zehn Jahren in den Hitlerjugend hätte eintreten müssen, nicht zuletzt da die nazionalsozialistische "Erziehung" bereits in den Kindergärten einsetzte. Auch dass Bruno die Vorgänge bis zum Ende überhaupt nicht versteht, erscheint sehr unwahrscheinlich. Es wäre daher besser gewesen, ihn ein paar Jahre jünger zu machen. Ansonsten ist jedoch die traurige Geschichte von der Freundschaft zweier sehr unterschiedlicher Jungen fesselnd und sehr bewegend. Auf jeden Fall ein lesenswertes Buch!
Eine Rezension von NobbyR "nobbie" > Siegburg
vom 6. Juli 2010 |